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Wie viel Wert hat Gedrucktes?

Submitted by admin on 18. Mai 2015 – 16:20No Comment
Wie viel Wert hat Gedrucktes?

Druckwerke im Wert von rund 1,68 Milliarden Euro netto fakturierten Österreichs Druckereien im Jahr 2014. Das ist marginal, nämlich um 0,9 Prozent, weniger als im Jahr 2013. Die Zahl der Arbeitgeberbetriebe ist im gleichen Zeitraum jedoch um 14 Prozent auf 590 gesunken. Einer der Gründe: die massive Deflation von Gedrucktem. In den letzten zehn Jahren ist der Erzeugerpreisindex für Druckprodukte um 5 Prozent gefallen, während die Inflationsrate um 20 Prozent gestiegen ist. Aber wie können sich Druckereien positionieren, damit sie profitabel sind? Welche Chancen gibt es für Druckereien angesichts wachsender internationaler Konkurrenz? Und wie steht der Standort Österreich im internationalen Vergleich da? Darüber diskutierten Experten aus Deutschland, Schweiz, Belgien und Österreich beim Österreichischen Druckertag am 16. Mai 2015 in Krems / Niederösterreich.
Die Preisspirale von Gedrucktem dreht sich seit Jahren nach unten. Angeheizt von Billigkonkurrenz aus dem Ausland und Online-Printshops gehören Druckprodukte ebenso wie Fernseher, Handy & Co. zu den wenigen Dingen, die günstiger geworden sind. „Es geht darum, dass Gedrucktes in den Köpfen unserer Auftraggeber wieder mehr wert ist“, betont Präsident Gerald Watzal. Eine Aufgabe, die nur gemeinsam bewältigt werden kann, da sind sich alle Podiumsdiskussionsteilnehmer einig.

International eine starke Stimme für Gedrucktes

Dr. Paul Deimel, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. Deutschland, bringt es auf den Punkt: „Gerade in Zeiten des Strukturwandels benötigt die Druckindustrie eine starke Interessenvertretung gegenüber Politik und Öffentlichkeit (…). Wenn eine Branche nicht ihre Stimme erhebt, wird sie nicht berücksichtigt werden.“ Allerdings müssen Interessenvertretungen europaweit zusammenrücken. Denn immer häufiger wird auf zwei Ebenen verhandelt, national und EU-weit. Die Generalsekretärin der INTERGRAF, Béatrice Klose betont: „Viele Gesetze werden heute in Brüssel gemacht, hier werden die Weichen für die künftigen Entwicklungen gestellt.“ Als Europäischer Druckverband sammelt die INTERGRAF Argumente für Gedrucktes, hat sich aber beispielsweise auch dafür eingesetzt, dass Papierrechnungen nicht teurer sind als Online-Rechnungen. Mit Erfolg: Österreich hat bereits 2012 gesetzlich festgehalten, dass Kunden für Papierrechnungen nicht mehr zahlen müssen und in einem Gerichturteil im Juli 2014 auch dafür gesorgt, dass Unternehmen nicht einseitig zu elektronischen Rechnungen wechseln können.

Mehrwert durch faire Produktionsbedingungen

Der Zentralsekretär des Schweizer Verbandes, Maurice Wicky, stellt klar, dass die Kunden nicht nur das Produkt und die Beratung, sondern auch die Produktionsbedingungen mitkaufen. „Dazu gehören etwa faire Arbeitsbedingungen und Entlohnung, eine möglichst umwelt- und ressourcenschonende Produktion sowie kurze Transportwege.“ Die Verbände bieten daher zunehmend Gütesiegel an, um Betriebe öffentlich auszuzeichnen, die freiwillig besonders hohe Standards umsetzen. Für den Präsidenten des österreichischen Verband Druck & Medientechnik, Gerald Watzal, durchaus ein Verkaufsargument, gibt es doch EU-weit Bestrebungen, die Unternehmen stärker in die Pflicht zu nehmen und ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit oder CSR transparent zu machen: „Ab 2016 müssen EU-weit etwa alle Betriebe über 100 Mitarbeiter einen CSR-Report vorlegen. Dass dann auch die Lieferanten entsprechend ausgewählt werden, liegt auf der Hand“, so Watzal.

Mehrwert durch Digitalisierung

Europaweit ist der Umsatz für Druckprodukte in den letzten Jahren zurückgegangen. Doch laut Infotrend Studie von über 250 Unternehmen in Westeuropa 2014/2015 gibt es in einigen Ländern wieder einen Aufwärtstrend. Großbritannien geht 2014 von einem Umsatzplus von 4,6 Prozent aus, auch Frankreich und Spanien prognostizieren gutes Wachstum. Im gesamten deutschsprachigen Raum soll der Umsatz zwar nur unter 1 Prozent wachsen, aber immerhin wieder im Plus sein. Der Anstieg kommt in allen Fällen aus dem Digitaldruck.
Ähnlich ist es mit der Digitalisierung. „Lange Zeit jammerten die Druckereien darüber, dass die zunehmende Digitalisierung ihnen Geschäft wegnimmt. Gleichzeitig sehen wir immer mehr Druckereien, die mit Online-Angeboten Geld machen“, sagt der Präsident des Verbandes Druck & Medientechnik, Gerald Watzal. Derzeit nützt bereits jedes zweite Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern web-to-print-Software. Für Christoph Schleunung, Vorsitzender des Verbandes Druck und Medien Bayern e.V., ist etwa Flyeralarm ein Erfolgsbeispiel für die erfolgreiche Konzeptionierung eines Online-Printshops: „Das Druckhaus Mainfranken ist nur deswegen so gewachsen, weil es mit dem Internetportal Flyeralarm eine interaktive Verkaufsplattform im Internet gibt, die völlig orts- und zeitungebunden funktioniert und der Druckerei letztendlich neue Kunden zuführt.“ Doch nicht nur die großen Anbieter wie Druck.at in Österreich oder Flyeralarm in Deutschland profitieren seiner Meinung nach von Online-Shops. „Viele mittelständische Druckereien bedienen über offene oder geschlossene Portale sehr erfolgreich ihre Kunden. Gerade die Closed Shops bieten dem Mittelstand gänzlich neue Möglichkeiten, Kunden noch effizienter zu bedienen und sie noch stärker an sich zu binden“, so Schleunung bei der Podiumsdiskussion. Die Fakten sprechen für sich. Tatsächlich ist der Online-Printmarkt im gesamten deutschsprachigen im Vorjahr um 14 Prozent gewachsen. Geschlossene Portale machten dabei 5 Milliarden Euro Umsatz und damit fast doppelt so viel wie offene Shops (2,6 Milliarden Euro).

Mehrwert durch neue Nischen – 3-D-Druck auf dem Prüfstand

Neue Märkte entwickeln oder Nischen besetzen – diese Strategie verfolgen viele Druckereien sehr erfolgreich. Ein Verfahren, das laut aktuellem Trendpanel des Verbandes Druck & Medientechnik in den nächsten Jahren umsatz- und ertragsmäßig an Bedeutung gewinnen wird, ist der 3-D-Druck. Für den Vorsitzenden des Verbandes Druck und Medien Bayern e.V., Christoph Schleunung, ist der 3-D-Druck allerdings noch im Experimentalstadion: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Druckereien (…) hier einen Markt sehen. Das gilt sowohl für den B2C Bereich wie auch für den B2B-Bereich. Denken Sie hier beispielsweise nur an die aufwändige Modellkonstruktion der vielen Architekturbüros, die sich per 3 D-Druck sehr viel wirtschaftlicher herstellen ließe.“ Der Zentralsekretär der Schweizer Druckindustrie, Maurice Wicky, warnt jedoch vor einem zu große Hype: „Im Moment scheint es eher ein Türöffner zu sein.“ Ob viele Druckereien damit Geld verdienen können, sei noch fraglich. Auch der Präsident des österreichischen Verbandes Druck & Medientechnik sieht die Entwicklung differenziert. „Im Grunde ist 3-D-Druck ein digitales Druckverfahren, mit dem sich Prototypen oder maßgefertigte Kunststoffteile herstellen lassen. Und zwar vorrangig für die Industrie, etwa für Medizintechnik, Computerteile und vieles mehr. Wie und ob sich daraus Angebote für das graphische Gewerbe entwickeln, dazu bedarf es noch viel an Denkarbeit“, so Watzal.

#print2020 – Wohin geht die Reise?

Der Zentralsekretär des Schweizer Verbandes, Maurice Wicky, geht von einem weiteren Abwärtstrend aus: „Es stellt sich die Frage, wie viele Betriebe in der Druckindustrie noch Geld verdienen werden, und wie viele Beschäftigte einen sicheren Arbeitsplatz in unserer Branche haben können.“ Diese pessimistische Sicht teilen jedoch nicht alle. Schleunung hält dagegen, dass es auch in fünf oder zehn Jahren erfolgreiche Druckunternehmer in Österreich und Deutschland geben wird: „Unsere Herausforderungen der Zukunft liegen weniger in der Technik, sondern mehr in unserem internen Prozessmanagement und in einer konsequenten Kundenorientierung. Der Verkäufer, der die Sprache des Kunden spricht, der seinen Kunden versteht, der vom Kunden als Kommunikationsberater ernst genommen wird, der hat auch in Zukunft die besten Chancen, sich vom Wettbewerb insbesondere vom Preiswettbewerb abzusetzen.“ Für Watzal ist klar: „Wir Verbände können hier Basisarbeit leisten – von Marktanalysen und die Information über neue Trends bis hin Zertifikaten sowie Aus- und Weiterbildung.“

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